Erstes Kreislaufforum Holz zeigt Theorie und Praxis


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View of the lecture hall at the Kreislaufforum Holz 2025
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#Seminare

Die Holzforschung Austria führte am 15. Mai 2025 erfolgreich ihr 1. Kreislaufforum Holz in Wien durch. Rund 80 Teilnehmer:innen erhielten einen breiten Einblick in die aktuellen Entwicklungen, die Rahmenbedingungen und über hilfreiche Tools zur praktischen Umsetzung der zirkulären Altholznutzung. Das Publikum stammte aus den unterschiedlichsten Branchen und nutzte die Tagung für ausführliche und spannende Fachdiskussionen sowie zur Erweiterung ihres Netzwerks.

Seminarleiter Dr. Martin Weigl-Kuska (Holzforschung Austria) begrüßte die Teilnehmer:innen und eröffnete das 1. „Kreislaufforum Holz“ der Holzforschung Austria. Die Relevanz der Kreislaufführung von Altholz und die kommenden Herausforderungen sind unbestritten. Die Kreislaufwirtschaft zeichnet den Beginn einer fundamentalen Transformation unseres gesamten Wirtschaftssystems. Sie ist sowohl politischer Auftrag als auch eine bewusste Entscheidung zur Nachhaltigkeit. Das neue Tagungsformat setzt sich das Ziel, die unterschiedlichen Branchen zukünftig stärker zu vernetzen. Als gemeinsame Netzwerkplattform hat das Kreislaufforum Holz den Teilnehmenden nicht nur Inspiration, sondern auch handfeste Lösungen auf konkrete Fragen zur Theorie und Praxis der Kreislaufführung von Holz geliefert.

Rahmenbedingungen
Der erste Referent MR DI Hubert Grech (Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Klima- und Umweltschutz, Regionen und Wasserwirtschaft) bot dem Publikum einen fundierten Überblick über den Status quo der Altholzrechtslage bezüglich Abfallwirtschaftsgesetz, Recyclingholzverordnung und Abfallverbrennungsverordnung. Danach widmete sich Arch. DI Martin Aichholzer (MAGK Architekten Aichholzer I Klein ZT OG) dem Wirkungsverlauf der Kreislaufwirtschaft in Hinblick auf realisierte Bauvorhaben. DI (FH) Christina Fürhapper (Holzforschung Austria) lieferte im Anschluss aus dem Forschungsprojekt TimberLoop praxistaugliche Qualitätskriterien und Entscheidungstools für einen systematischen Umgang mit etwaig kontaminationsbelastetem Bau- und Abbruchsholz und stellte Inspirationen für innovative Zirkularitätskonzepte vor.

Klassifizierungs-, Arbeits- und Bewertungstools
DI Simon Winter (Holzforschung Austria) eröffnete den zweiten Block mit seinem Vortrag „Ohne Rückbau kein Re-Use - Das erste ‚R‘ im Holzkreislauf“. Er erläuterte das im Projekt TimberLoop entwickelte Rückbau-Audit für Holzbauteile als Grundstein für eine hochwertige Weiterverwendung von Altholz als Massivholz. DI Kaspar Albrecht (Holzforschung Austria) ging tiefer in die Materie und zeigte Forschungsergebnisse zur Kreislaufführung tragender Holzbauteile. Als besonders praxisrelevant haben sich hier die Wiederverwendung (Re-Use), die Reparatur (Repair) und die Wiederaufbereitung (Remanufacture) erwiesen. Aus alten geklebten Holzbauteilen weiterverarbeitete Stablamellen erfüllen die Anforderungen der Festigkeitsklasse T14 und eignen sich für die Produktion von Brettschichtholz der Festigkeitsklasse GL24. Mag. Hildegund Figl (IBO) gab danach einen Einblick in die aktuellen Entwicklungen der Lebenszyklusanalyse (Ökobilanz) sowie Zirkularitätsbewertung von Holzbaumaterialien am Lebensende und stellte den „Katalog für kreislauffähige Bauteile“ vor.

Getting things done
Im ersten Vortrag des Blocks widmete sich Univ.-Prof. Arch. Mag. Juri Troy (TU Wien) praktischen Beispielen für den zirkulären Holzbau in Österreich, wie etwa sortenreines Bauen, Verbindungsmittel und Einsatzbereiche. Dr. Thomas Moosbrugger (Rubner Holding AG) sprach danach über Möglichkeiten und Herausforderungen des Recyclingprozesses von Altholz. Er erläuterte die für die Nutzung von Altholz als wertvoller Sekundärrohstoff benötigten Verfahren und Prozesse, die zur Herstellung neuartiger Produkte notwendig sind. Harald Schwarzschachner, MSc. (Stora Enso Wood Products GmbH) referierte im letzten Vortrag des Blocks über die Lebenszyklusbetrachtung von Mixed Use Design Gebäudekonzepten und deren Vorteile.

Zirkuläre Ausblicke
Den Umgang mit periodisch wiederkehrenden Holzementen aus Rückbauprojekten zeigte Ing. Peter Kneidinger (materialnomaden GmbH) in seinem Vortrag „Rethink Holzbau“. Ressourcenströme aus der Demontage von Holzbauteilen bedürfen industrieller Strukturen zur Wiederverwendung, wodurch die Produktentwicklung beschleunigt werden kann. Dabei können die Kostentreiber wie etwa die Rezertifizierung und Lagerhaltung auf ein Minimum reduziert werden. Den letzten Vortrag der Veranstaltung hielt DI Ulla Unzeitig (Renowave). Sie brachte dem Publikum die serielle Sanierung anhand spannender Beispiele als effizienten und nachhaltigen Einstieg in die Zirkularität näher. Vorgefertigte Fassaden- und Dachelemente bieten dabei vielerlei Vorteile gegenüber konventionellen Methoden.

Closed Loop Messages und Ausblick
Seminarleiter Dr. Martin Weigl-Kuska schloss in seinem Resümee den Kreis, den er am Beginn der Tagung betreten hatte. Er ermutigte die Teilnehmer:innen dazu, die Zukunft durch „offensives Tun“ zu gestalten und den bereits begonnenen Weg der Umsetzung in der Praxis sowie im 1:1 Maßstab weiterzugehen. Erste zirkuläre Produkte stehen an der Schwelle zur Normung und auch bestehende ökologische Bewertungen können schon jetzt genutzt werden, um höhere Recyclingquoten umzusetzen.

Das erste Kreislaufforum Holz war ein voller Erfolg!

Das nächste Kreislaufforum Holz findet am 17. September 2026 in Wien statt.
 

Rund 80 Teilnehmer:innen informierten sich beim 1. Kreislaufforum Holz der Holzforschung Austria in Wien über aktuelle Entwicklungen, Rahmenbedingungen und hilfreiche Tools zur praktischen Umsetzung der zirkulären Altholznutzung (© Holzforschung Austria) Für die Druckversion klicken Sie auf das Bild.

Vortragende des Kreislaufforum Holz in Wien (v.l.n.r.): DI FH Christina Fürhapper, DI Kaspar Albrecht, Harald Schwarzschachner, MSc., Dr. Thomas Moosbrugger, Seminarleiter Dr. Martin Weigl-Kuska, MR DI Hubert Grech, DI Martin Aichholzer und DI Simon Winter (© Holzforschung Austria) Für die Druckversion klicken Sie auf das Bild.

Seminarleiter Dr. Martin Weigl-Kuska mit der Referentin Mag. Hildegund Figl, die einen Einblick in aktuelle Entwicklungen der Lebenszyklusanalyse (Ökobilanz) und Zirkularitätsbewertung gab (© Holzforschung Austria) Für die Druckversion klicken Sie auf das Bild.

Univ.-Prof. Arch. Mag. Juri Troy sprach über den zirkulären Holzbau in Österreich (© Holzforschung Austria) Für die Druckversion klicken Sie auf das Bild.

Ing. Peter Kneidinger zeigte Beispiele aus der Praxis des Rückbaues (© Holzforschung Austria) Für die Druckversion klicken Sie auf das Bild.

DI Ulla Unzeitig referierte über serielle Sanierung (© Holzforschung Austria) Für die Druckversion klicken Sie auf das Bild.

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